09365 88 92 713 mail@be-content.de
Lesedauer 4 Minuten

Unser Interviewpartner Carsten Lexa hat in den letzten 12 Monaten  4 Bücher im Springer-Gabler-Verlag publiziert. Wer ist dieser Autor, der regelmäßig sehr interessante Bücher, speziell für Gründerinnen und Gründer, schreibt. In diesem Interview erfahrt ihr mehr über ihn.

 

Carsten, zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zur Veröffentlichung von vier Büchern binnen eines Jahres. Das ist eine enorme, wirklich nicht alltägliche Leistung!

Carsten Lexa (CL): Vielen Dank! Ich bin sehr glücklich, dass alles mit den Büchern so gut geklappt hat und das ich mit Springer Gabler einen guten Partner an meiner Seite hatte. Allerdings ist es mir auch leicht gefallen, denn denn mit den Themen der Bücher kenne ich mich natürlich aus.

Die Bücher beschäftigen sich also mit den Themen, mit denen du beruflich zu tun hast?

CL: Auch. Ein Buch basiert auf einer Idee, die ich vor über 8 Jahren hatte: Tipps zu geben, wie jemand, der keine Ahnung von Verträgen hat, diese besser machen kann, wenn mal einer abgeschlossen werden muss. Ein weiteres Buch geht zurück auf meine eigenen Erfahrungen mit den digitalen Entwicklungen in Deutschland, aber auch in der Welt, wie ich sie als Weltpräsident der G20 Young Entrepreneurs´ Alliance (G20 YEA) und insbesondere im Rahmen der G20 YEA Summit 2017 in Berlin erlebt habe. Und dann beschäftigen sich zwei Bücher mit Themen, die ich bei Gründern als wichtig erlebt habe.

 

Das erste Buch heißt ja „Fail – Wie man als Start-up versagt“. Schon der Titel ist außergewöhnlich. Du willst also, dass Gründer ihr Unternehmen nicht zum Erfolg führen?  

CL: Ganz und gar nicht – sie sollen sogar viel Erfolg haben. Allerdings musste ich in über 10 Jahren Beratung von jungen Unternehmerinnen und Unternehmern feststellen, dass immer wieder ähnliche Fehler gemacht werden. Darüber wollte ich schreiben. Nachdem es aber schon viele „Erfolgsbücher“ gab, habe ich mir gedacht, dass ich das Buch anders aufziehen müsste. Daraus ist dann die „Anleitung zum Fehlschlag“, das Buch „Fail“ geworden. Erfreulicherweise fand Springer Gabler die Idee sehr gut und auch die Rezensionen, inzwischen 24 an der Zahl auf Amazon mit 4,9 von 5 Punkten, sprechen eine deutliche Sprache.

 

Was war dein Ziel mit diesem Buch und an wen richtet es sich?

CL: Ich wollte auf eine interessante Art, nämlich mittels Ironie, die 10 typischen Fehler von Gründern aufzeigen. Mir war klar, dass Gründer nicht schon wieder lesen wollten, wie man Erfolg hat. Denn letztendlich sind ja die typischen Fehler alle bekannt. Sie werden aber dennoch gemacht. Ansprechen will ich mit dem Buch Leserinnen und Leser, die selbst kurz vor der Gründung stehen bzw. die gerade gegründet haben. Allerdings wurde mir schon gesagt, dass die beschriebenen Fehler auch für jungen Unternehmen, die schon ein oder zwei Jahre bestehen, noch interessant sind.

 

Dann mal Hand auf´s Herz: Was ist der „beste“ Fehler? 

CL: Es ist lustig vom „besten“ Fehler zu sprechen, denn alle Fehler stellen Herausforderungen für Gründerinnen und Gründer da. Tatsächlich würde ich aber als junger Gründer ein besonderes Augenmerk auf die „menschlichen“ Herausforderungen legen, seien dies mögliche Probleme im Team, mit Führung oder auch mit dem Umgang mit sich selbst. Gründer konzentrieren sich zu sehr auf die eher „technischen“ Faktoren wie Finanzen oder die Produktentwicklung. Diese Faktoren sind ohne Zweifel extrem wichtig. Aber letztendlich kommt es darauf an, dass die Menschen in einem Start-up performen. Die „technischen Faktoren“ kann man halt vermeintlich gut in Lehrgängen und Workshops oder in Vorlesungen behandeln und dort Systematiken und Vorgehensweisen vermitteln. Dadurch entsteht der Eindruck, dass man Erfolg haben wird, wenn man diese Faktoren im Griff hat. Ich jedoch denke, dies ist nicht immer zutreffend.

 

Scheitern hat in Deutschland keinen guten Ruf. Was ist dein Tipp, wie sollte man mit Mißerfolgen um gehen?

CL: Ich denke dies liegt zum einen am Perfektionismus, den wir Deutschen an den Tag legen. Geht dann mal was schief, dann geht gleich die Welt unter. Hier müssten wir, insbesondere im Hinblick auf Unternehmensgründungen, lockerer werden. Und wir bräuchten viel mehr unternehmerische Vorbilder, die über ihre Misserfolge sprechen. Dadurch könnte man kommunizieren, dass das Scheitern zum Unternehmertum dazu gehört. 

Ein spezieller Bereich, in dem Gründerinnen und Gründer immer wieder vor besonderen Herausforderungen stehen, sind Präsentationen. Hierzu hast du zusammen mit Oliver Grytzmann ein Buch geschrieben mit dem Titel „So gewinnen Gründer ihre Pitches“. Warum besteht hier für Gründer eine Herausforderung?

CL: Dieses Buch habe ich zusammen mit meinem guten Freund Oliver Grytzmann aus Frankfurt geschrieben. Gründer müssen immer wieder sich und ihr Unternehmen bzw. ihre Geschäftsidee vorstellen, also präsentieren. Da sie hierbei oftmals Probleme haben, dachten wir, wir unterstützen sie dabei und vermitteln ihnen, worauf es im Rahmen einer Präsentation ankommt. Es geht nämlich nicht nur um das Vermitteln von Inhalten an die Zuhörer oder Zuschauer, sondern es geht um die Vermittlung der richtigen Inhalte in der richtigen Art und Weise. Und dies wiederum ist insbesondere abhängig von der Präsentationssituation, von den beteiligten Personen und dem Zweck der Präsentation. Dies zu verstehen und dann entsprechend mit der Präsentation zu reagieren, das ist die Herausforderung für Gründer.

 

Was genau ist denn jetzt das Problem – Gründer könnten doch einfach eine gute Präsentation als Vorlage erstellen? 

CL: Genau das ist das Problem. Jede Präsentation hat einen bestimmten Zweck, auch wenn von Fall zu Fall die Unterschiede nur minimal sein können. Viele Gründer glauben dann, dass sie eine „Standard-Präsentation“ nehmen und diese kurzfristig an die jeweiligen Umstände anpassen können. Das geht dann aber schief. Zum einen gelingt die kurzfristige Anpassung nicht, zum anderen haben viele Gründer Schwierigkeiten zu erkennen, worauf es bei einer bestimmten Art der Präsentation ankommt. Ein Beispiel ist die Präsentation vor einem Investor. Vordergründig geht es um Geld. Bei genauer Betrachtung geht es jedoch um viel mehr. Denn der Investor hat bestimmte Absichten, Ziele und Wünsche. Diese zu adressieren ist eigentlich die Aufgabe der Gründer. Das passiert aber nicht, wie wir immer wieder in der Praxis erleben.

 

Ohne zu viel zu verraten: Wie können Gründer besser präsentieren?

CL: Sie sollten zum einen verstehen, was das Ziel der Präsentation ist und die Präsentation auf dieses Ziel hin ausrichten. Und sie sollten verstehen: „Jeder kann sprechen, aber nur wenige können reden.“! Im Rahmen einer Präsentation aber muss man reden, d.h. dies sollte also trainiert werden.

 

Letzte Frage: Du bist extrem digital unterwegs, nutzt alle möglichen digitalen Tools und bist in den sozialen Medien stark sichtbar. Wieso schreibst du Bücher – ist das nicht ein Widerspruch?

CL: Könnte man vermuten, ist aber nicht so. Denn zum einen gibt es natürlich alle 4 Bücher auch als E-Books. Zum anderen habe ich gerade versucht, über die Bücher analoge und digitale Inhalte zu verbinden. So gibt zum Buch „Fail“ und zum Buch „So gewinnen Gründer ihre Pitches“ jeweils eine eigene Webseite mit weiteren Inhalten wie ergänzende Informationen, Videomaterial mit zusätzlichen Tipps aus der Praxis und Checklisten sowie weiterführende Links. Das Buch ist also immer der Ausgangspunkt, aber von dort geht es im Internet weiter. In meinen Augen eine absolut sinnvolle Verbindung, die von viel mehr Autoren genutzt werden sollte.

 

Danke dir für dieses Gespräch und viel Erfolg! 

Der Würzburger Rechtsanwalt Carsten Lexa ist seit vielen Jahren neben seiner juristischen Tätigkeit als Berater von Start-Ups in Bezug auf ihre Zusammenarbeit mit KMUs spezialisiert. In diesem Zusammenhang veröffentlicht er nicht nur auf Basic thinking regelmäßig Beitrage, sondern, wie schon im Interview aufgezeigt, hat alleine im vergangenen Jahr 4 Bücher im Springer-Gabler-Verlag publiziert.

Er kommt, wie Oliver Grytzmann, aus dem Bereich „Debating“. Er ist hier Vize-Weltmeister und Europameister und seit Jahren Mitglied bei Toastmasters. Der gezielte Umgang mit Sprache ist also ihm und Oliver Grytzmann vertraut.  Darüber hinaus halten beide seit Jahren Vorträge und Workshops und beraten dazu auch beruflich.

Oliver Grytzmann ist Rhetorik-Lehrer, Schauspieler und Gründer von „Candid Rhetorics„. Er trainiert mit UnternehmerInnen seit Jahren, wie sie ihr Business durch Verhandlungsgeschick und Storytellling nach vorne bringen. Er ist wie Carsten Lexa Mitglied bei den Toastmasters und wurde dort Vize-Europameister.

DU FINDEST UNSEREN BLOG INTERESSANT UND MÖCHTEST INFORMIERT WERDEN, WENN EIN NEUER ARTIKEL ONLINE IST? DANN ABONNIERE HIER UNSEREN KOSTENLOSEN NEWSLETTER.

7 + 10 =